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Die Geschichte von Schönow im Süden Zehlendorfs

Das Dorf Schönow lag einst am Schönower See. Heute gibt es nur noch Straßennamen, die darauf hinweisen.

In Berlin sind viele Gemeinden zusammengewachsen, die einst eigenständig waren. Dazu zählt auch das kleine Dorf Schönow, von dem viele gar nicht wissen, dass es das mal gab. Schönow gibt es in verschiedenen Ecken von Berlin. In diesem Artikel geht es um den Süden Zehlendorfs an den Ufern des heutigen Teltowkanals.

Geschichte des Dorfes Schönow (Zehlendorf)

Das Dorf Schönow lag damals an den Ufern des Bachs Bäke, der sich vom Teltower See und den Schönower See bis nach Potsdam zog und heute weitgehend vom Teltowkanal eingenommen wurde. Die Ursprünge dieser Siedlung dürften slawischer Art gewesen sein. Ihrer Form nach waren es sogenannte Gassendörfer wie auch Stolpe, Gießendorf, Heinersdorf, Ruhlsdorf und Stahnsdorf. Die ursprüngliche Form ist typisch für slawische Dörfer und noch heute kann man sehen, dass das Dorf Schönow eine Sackgasse darstellte. Der Ortsname ist leicht erklärt und bedeutet „an einer schönen Wiese (Au)“

Mit der Ostkolonisation der Mark Brandenburg wurde das Dorf planstabsmäßig positioniert. Hier war der Boden besser für Ackerbau, womit die Bauern nicht allzu lange Wege zu ihren Feldern zurücklegen mussten. Außerdem konnte man damit auch die Eigenversorgung im Garten sicherstellen. Allerdings war der karge Boden nicht sehr ertragreich. Noch 1694 ist in den Urkunden nachzulesen, dass die Leute in Schönow sehr arm waren. So arm, dass sie keine Abgaben entrichten konnten.

Im Jahr 1299 übergab Markgraf Herrmann von Brandenburg dem Bischof Vollrad von Brandenburg den Ort Teltow und weitere Dörfer zur Tilgung der Schulden. Dazu zählte auch das Dorf Schönow auf der anderen Seite des damals noch existierenden Schönower Sees. Im Landbuch des Kaisers Karl IV. umfasste Schönow 46 Hufen, was etwa 350 Hektar Fläche ausmachte. Eine Hufe gehörte der Kirche und zwei weitere konnte der Pfarrer sein Eigen nennen. Insgesamt neun Bauern teilten sich den Rest. Der Kirchenhuf gehörte wohl der Kirche in Teltow. In Schönow gab es bis ins 15. Jahrhundert keine Kirche, jedoch gab es zu der Zeit eine Adelsresidenz. Der Adel von Schönow besaß bis zu neun Hufen Land.

Schönow war weit ab vom Schuss und Zehlendorf war ebenfalls noch ländliches Gebiet. Erst als 1838 die Eisenbahn nach Potsdam gebaut wurde, wurde Schönow interessant. Statt nach Teltow ging der Blick jetzt nach Norden, wo die Eisenbahn verlief. Die Bindung an Teltow zeigte sich auch an der Kirchenzugehörigkeit, die bis in die Nachkriegszeit anhielt. Das Zollhäuschen stand bis 1972 an der Dorfeinfahrt zwischen Kleinmachnower Weg und Alt-Schönow.

Der Gutshof zum Rittergut Schönow existiert heute nicht mehr. Es wurde 1450 errichtet und sollte, ähnlich wie in Ruhlsdorf (wo die Tochter des Gutsherrn zur Kindsmörderin wurde), zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhelfen. Doch dieser blieb aus. Das Rittergut stand auf der Fläche, wo heute Aldi zum Shopping lädt. Der Gutsbesitz erstreckte sich entlang des heutigen Kanals auf Zehlendorfer Seite. Das Areal der „Spinne“, das abgesperrte Gebiet zwischen Teltowdamm und Teltowkanal, gehörte auch zum Gutshof. Der letzte Gutsbesitzer war Beeskow, wie der gleichnamige Damm. Er ließ ein gelbes Ziegelhaus am Anfang des Kleinmachnower Wegs bauen, wo 53 Kinder die Schulbank drückten. Das war wohl der letzte Vorgang als eigenständiges Dorf. Im Jahr 1894 schloss sich Schönow der Landgemeinde Zehlendorf an. Diesen Weg waren einige Grundbesitzer bereits vorausgegangen.

Schönow begann bereits hinter der S-Bahn und entlang der heutigen Mühlenstraße. Auf der Gemarkung lag auch die Anstalt Schweizerhof, das heutige Behring-Krankenhaus (damals Erziehungsheim Am Urban) und weitere bekannte Gebäude. Der Schweizer Hof wurde von Friedrich Krause aus Teltow gegründet und verkaufte Milchprodukte. 1999 feierte Schönow 700jähriges Bestehen.

Wo begann Schönow?

  • Alt-Schönow
  • 14165 Berlin-Zehlendorf
  • GPS: 52.407024223711346, 13.267529614258157
meister

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