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Heilstätten Beelitz | Lost-Place mit Erlebnisfaktor

Die Heilstätten von Beelitz sind ein nahegelegenes Ausflugsziel für Freundinnen und Freunde der Lost-Place Erkundungen. Gute Fotos und ein sensationeller Ausblick vom Baumgipfelpfad sind garantiert.

Mit der Regionalbahn (RE 7 in Richtung Bad Belzig / Dessau) kann man von Wannsee aus in einer halben Stunde (6 Stationen) direkt zu den Heilstätten Beelitz fahren. Diese wurden um 1900 herum erbaut – und zwar zur Heilung von Lungenkrankheiten. Inzwischen hat der Zahn der Natur einige Stücke der Kuranlage (siehe Bilder) angeknabbert. Das ist Lost-Place-Romantik pur. Die Kameras auf jeden Fall mitnehmen!

Kurze Geschichte der Heilstätten Beelitz

Das Gelände wurde ab 1898 von der „Landesversicherungsanstalt Berlin“ vier Jahre lang aufgebaut und später erweitert, um Arbeiter zu heilen. Die Nähe zur Bahn war Grund für die Wahl des Geländes der Beelitzer Heilstätten. Mit steigender Armut durch die Industrialisierung und damit einhergehenden schlechten Lebensbedingungen in den unhygienischen Mietskasernen des 19. Jahrhunderts ergoss sich die Tuberkulose mit ihrem hustenden Leid über viele Städte. Berlin war eines der Epizentren der Epidemie. Ab 1870 starben bis zu zehn Prozent der Bevölkerung an der bakteriellen Infektionskrankheit.

Um dieser grassierenden Seuche etwas entgegenzusetzen, entstanden rund um Berlin sogenannte Heilstätten, wie jene in Beelitz – welches aber gleichwohl eines der größten war. Insgesamt wurden 60 Gebäude im Mix verschiedener Stile gebaut. Es hat Anleihen beim Alpenländischen, was dem Kaiser sehr zusagte. Das sogenannte Alpenhaus hat seinen Namen aber tatsächlich vom Aushub, den man nebenan auftürmte und dem Terrain eine hügelige Form verlieh. Es hat einen leicht industriellen Charme und ist m.E. vor allem im Jugendstil verhaftet, wobei einige Historismus-Elemente hervorschauen. Die Architekten waren zuerst Heino Schmieden und Julius Boethke, die Erweiterungen (1908 bis 1910 und 1926 bis 1930) plante Fritz Schulz. Funfact: 1903 wurde hier eine Kraft-Wärme-Kopplung gebaut, man nutzte also die warme Abluft für die Heizung.

Selbstverständlich waren Frauen und Männer im prüden Preußen voneinander getrennt untergebracht. Der Teil, der heute zu begutachten ist, war den Patientinnen vorbehalten. Der andere Teil, der von den Patienten bewohnt wurde, ist in Teilen wieder zu seiner ursprünglichen Heil-Funktion zurückgeführt worden und darf als Privatgelände nicht betreten werden. Der Park entstand nach den Vorstellungen von Karl Koopmann.

Beelitz-Heilstätten im Krieg

In beiden Weltkriegen wurden die Lungenheilstätten von Soldaten bevölkert. Darunter auch der Diktator und Hauptverantwortliche für den Zweiten Weltkrieg. In jenem Krieg wurde das Klinikgelände evakuiert. Dennoch kam es zu Treffern und schweren Schäden auf dem Gelände. Einige Gebäude haben sich von dem Schaden nie erholt. Die Sowjets übernahmen das Gelände als Hospital – das größte außerhalb ihres Territoriums. 1990 war ein weiterer deutscher Diktator seiner Zeit hier zur Kur. Vier Jahre später zogen die Sowjets ab. Danach übernahm kurzzeitig eine Eigentümergesellschaft, der aber 2001 das Geld ausging. Heute ist ein Teil privatisiert worden.

Lost-Place des Verbrechens

Vermutlich machte die einsame Lage das Gelände zum Schauplatz mehrerer Tragödien, darunter auch Morde. Zwei Jahre nach dem Mauerfall wurden eine Frau und ihr Kind von Wolfgang Schmidt alias „Rosa Riese“ oder „Bestie von Beelitz“ ermordet. Ein Fotograf lockte 2008 ein Fotomodel hier her, um sie zu ermorden. Außerdem wählte ein Mensch hier den Freitod. Zuletzt, 2025, wurde ein Mann durch eine psychisch-gestörte Person angegriffen und verstarb.

Des Weiteren gab es einige Verletzungen – auch mit Todesfolge – durch das Betreten der Räumlichkeiten.

Wegen des Ambientes des Verfalls und der guten Kameraeinstellungen ist das Gebäudeensemble ein beliebter Drehort. So traten vor der Kulisse der Beelitzer Heilstätten schon Tom Cruise oder Mads Mikkelsen auf. Der Film „Heilstätten“ wurde tatsächlich nicht hier gedreht. Die Stadt wollte keinen Grusel-Tourismus auf dem Anstaltsgelände. Bekannte Bands nutzten die Kulisse wie auch eine Model-Reality-Show.

Baumkronen-Pfad und Freizeitangebote | Heilstätten Beelitz

Der Baumkronenpfad mit teils über 20 Metern in der Höhe bietet eine sensationelle Aussicht über das recht flache Brandenburg. Von der höchsten Stelle aus kann man mit guten Augen den Teufelsberg sehen. Auf einer Tafel ist auch das Heizkraftwerk Lichterfelde eingetragen, das hat aber an Höhe stark eingebüßt.

Es lassen sich von dem 700 Meter langen Pfad wunderbare Fotos des verfallenden Ensembles machen. Der Weg ist recht breit, was es für Höhenscheue erträglicher macht. An einem Ende des Wegs befindet sich ein Riesentrampolin. Da kann man auf einem flexiblen Netz in rund 15 Metern Höhe herumspringen. Es gibt sogar einen Aufzug bis zum höchsten Punkt. Darüber hinaus gibt es einen Barfußpark mit einer Strecke auf etwa einem Kilometer.

Im Sommer wird das Areal mit Lichtinstallationen in einen Zauberwald verwandelt. Das gilt es, sich noch anzusehen.

Überall befinden sich Schautafeln, auf denen auch Bilder der einstigen Gebäude zu sehen sind

Bilder der Ruinen | Heilstätten Beelitz

Wo befinden sich die Heilstätten Beelitz?

Es gibt Kioske, Bistros – aber die Preise sind nicht ohne. Am Bahnhof gibt es auch Restaurants und fußläufig erreichbar sind ein Café und eine Bäckerei. Dafür ist für Toiletten gesorgt.

  • Der Eintritt für das Gelände beträgt 17 Euro (Stand 2026).
  • Hunde sind nicht erlaubt.
  • 14547 Beelitz-Heilstätten
  • Homepage
  • GPS: 52.265281976008886, 12.921664006701368

 

 

 

 

 

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