Die Geschichte des Schlosses Glienicke. Ein wunderbares Ausflugsziel, ideal an der Havel gelegen und bietet so viel zu entdecken!

Im westlichsten Zipfel Berlins befindet sich das Schloss Glienicke mit seinem ausgedehnten Garten unweit der Brücke der Spionage, die Glienicker Brücke. Es ist eines der Prachtschlösser des preußischen Adels, das mit einer exponierten Lage, dem Blick auf die Havel und einen prächtigen Schlossgarten aufwartet.

Das Sommerschloss des Prinzen Carl von Preußen

Das Anwesen begann als Gutshaus eines Hofrats und Arztes, Johann Jakob Mirow. Damals stand neben dem Gutshaus auch eine Ziegelei. Das Gebäude muss zur Erbauungszeit, 1751, schon von enormer Pracht gewesen sein. Es war damals ein zweistöckiges Gutshaus – ein Kind seiner Zeit – mit Mittelrisalit und klassischem Dreieckgiebel nach Westen.

Aus finanzieller Not verkaufte Mirow und Wichard von Möllendorff übernahm es im Jahr 1764. Der Generalmajor war neun Jahre auf dem Anwesen, das 1771 und 1773 abermals den Besitzer wechselte. Auch 1782 kam ein neuer Herr in das Gutshaus.

1796 erwarb es Oberstallmeister Carl Heinrich August Graf von Lindenau. Er machte es zu dem heutigen Anwesen, allerdings erfuhr es weitere Veränderungen. Er ließ auch den Garten anlegen, wo zuvor die Felder des Gutshofs waren. Nunmehr diente das Anwesen vermehrt der Erholung. Mit Napoleons Sieg geriet er in Schieflage und suchte zunächst vergeblich einen Käufer. Erst 1812 sicherte es sich Rudolph Rosentreter – ein Kaufmann. Er ließ K. F. Schinkel einige Umarbeitungen durchführen.

1814 kaufte es dann Fürst Hardenberg und arbeitete sich ebenfalls daran ab, sowohl im Schloss als auch im Garten. Er beauftragte den jungen Peter Joseph Lenné mit den Veränderungen am Landsitz des Fürsten. Das nahm einige Jahre in Anspruch. Hardenberg starb 1822 und die Erben verkauften es an den Prinzen Carl von Preußen.

Damit war es der erste eigenständige Landsitz eines Prinzen in Preußen und setzte damit einen Trend im Adelshaus. Den italienischen Touch erhielt es während seiner Zeit, umgesetzt von Schinkel und Lenné.

Im Jahr 1883 starb der Prinz und sein Sohn folgte ihm zwei Jahre später. Somit kam Friedrich Leopold zum Zuge. Das Anwesen war in der Zwischenzeit dem Verfall preisgegeben und das Inventar wurde verscherbelt. Einiges zog nach dem Ersten Weltkrieg mit Friedrich Leopold nach Lugano um. Er erhielt es zwar wieder, aber der Verkauf war mit Auflagen verbunden, was nicht gelang. Daher wohnte der enterbte Sohn bis 1939 darin.

Schon 1935 war die Stadt Berlin Besitzer geworden, allerdings war das Areal unbewohnbar. Der Eigentümer war der damalige Prinz, der schließlich 1939 verkaufte. Restitutionsansprüche wurden in Westdeutschland abgewiesen. Während der NS-Zeit bewohnte der Berliner Oberbürgermeister, Julius Lippert, das Areal. Er wurde aber entlassen und auf dem Gelände wurde ein Lazarett eingerichtet. Die Sowjets hatten ein Offizierskasino darin.

Während des Kalten Kriegs war das heruntergekommene Anwesen bei verschiedenen Institutionen untergekommen – von der Sport-Toto GmbH bis zur Volkshochschule. Damals wurden Änderungen vorgenommen, die das ursprüngliche Gesamtbild verändert haben.

Seit 1987 war es ein Museum der Schlösserverwaltung mit Exponaten verschiedener Sammlungen. Seit 1995 untersteht das Museum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Der Eingangsbereich des Gartensaals im Erdgeschoss ist noch aus der Zeit des Prinzen Carls erhalten geblieben und trägt die Handschrift von Schinkel, wobei so manches schon damals verändert wurde.

Ausflugsziel Schloss Glienicke

Wer sich für die baulichen Veränderungen interessiert, kommt nicht an einer Führung vorbei. Überhaupt kann sich die Inneneinrichtung sehen lassen. Ansonsten kann man den Park wunderbar für einen Spaziergang nutzen. Überall offenbaren sich den Besuchenden neue Perspektiven und Kunstwerke. Die antiken Momente finden sich überall – ob in der Gestaltung oder der Mythologie.

Der Brunnen mit den Löwen, den Medici-Löwen, ist ein toller Ort für ein kleines Päuschen. Allerdings gibt es auch noch den Pavillon mit Blick auf die Glienicker Brücke und die Havel. Nicht zu vergessen: Der kleine Weg entlang der Mauer … Es gibt wirklich viel zu sehen. Innen wie außen.

Bilder Schloss und Schlosspark Glienicke

Wo befindet sich das Schloss Glienicke

  • Königstraße 36
  • 14109 Berlin-Wannsee
  • GPS: 52.41390039587594, 13.095644489794122

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