Die Stechpalme wächst hier überall. Kann man die Beeren der Stechpalme essen?

Klare Antwort: Nein! Schon wenige Beeren können zu Problemen führen. Nicht nur die Beeren sind giftig, auch die Blätter, obwohl sie nicht so verführerisch aussehen. Zu der Pflanze gibt es auch einen Funfact: Der ursprüngliche Name entlehnt sich dem Indogermanischen “hul” und lebt im englischen Holly weiter, wonach der Stadtteil Hollywood von Los Angeles benannt ist.

Stechpalme in der Region Berlin-Brandenburg

Bei uns kommt die Variante der ‘Europäische Stechpalme’ oder ‘Gewöhnliche Stechpalme’ (mit lateinischem Namen ‘lex aquifolium L) vor. Sie kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, aber ist als Zierpflanze hier überall zu finden – nicht selten auch im öffentlichen Raum.

Die Pflanze kommt wegen des Klimawandels zwischenzeitlich auch im hohen Norden Europas vor. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden und meidet kalkigen Untergrund. In Deutschland steht die immergrüne Pflanze unter Naturschutz, wenngleich sie nicht gefährdet ist.

Stechpalme und ihr Gift

Die Befruchtung erfolgt durch Insekten, aber die Verteilung der Samen übernehmen die Vögel, die die Früchte trotz ihrer Giftigkeit fressen. Dazu zählen vor allem Drosseln, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücken. Ihnen machen die giftigen Beeren offenbar nichts aus.

Früher glaubte man an ein starkes Gift, doch inzwischen weiß man, die Beeren der Stechpalme sind nur schwach giftig. Die Einnahme führt zu Übelkeit, Durchfall und man muss sich übergeben. Außerdem können Organschäden und -Störungen auftreten.

Bei dem Gift handelt es sich um Urolsäure und Polyphenole. Geringe Mengen der Beeren lösen die Vergiftungserscheinungen aus und etwa 30 Beeren führen zum Tod. Nicht nur der Mensch, auch Hunde, Katzen oder Pferde sind vom Gift bedroht. Pferde werden schläfrig, wenn sie die Beeren fressen und Hunde sterben bereits beim Verzehr von rund 20 Beeren.

Stechpalme im Garten oder auf dem Balkon

Die Stechpalme wird gerne als Buchsbaumersatz bei Hecken verwendet. Denn der Buchsbaumzünsler ist derzeit überall zu finden. Wenn man sich die immergrüne und winterharte Stechpalme in den Garten oder den Balkon stellt, muss man beachten, dass die Pflanze auch ihre Schädlinge hat. Dazu zählt die Ilex-Minierfliege, deren Larven die Blätter auf der Blattunterseite fressen und die Ilex-Blattlaus. Diese sehen der schwarzen Bohnenlaus zum Verwechseln ähnlich, die wie die anderen Blattläuse von Ameisen verteidigt werden. Bei Befall rollen sich die Blätter ein.

Die Stechpalme ist zunächst ein Strauch und kann bis zu zehn Metern hochwachsen und bis zu 300 Jahre alt werden. Die weißen Blüten treten von Mai bis Juni in Erscheinung.

Heilwirkung der Stechpalme?

Die Ureinwohner Nordamerikas sollen sich mit dem Gift in einen Rauschzustand versetzt haben, um in den Krieg zu ziehen. Im Mittelalter galt sie als Mittel gegen Schadenszauber und in der Homöopathie soll sie bei Rheuma und Gicht helfen. Nichts davon hat einen wissenschaftlichen Hintergrund!

Das zuvor angezeigte Bild im Artikel zeigte fälschlicherweise eine Mahonie und keine Stechpalme. Sorry!

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