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Slawische Burg – „Schloss“ Blankensee & das Rätsel des fehlenden Fotos

Auf über drei Hektar Fläche verzaubert das Schloss Blankensee die Besuchenden. Es ist eigentlich ein Herrenhaus, dessen Besitzer den Fluss Nieplitz in sein Parkkonzept aufgenommen hat.

Und die Geschichte über das seltsame Rätsel, weshalb ich kein Foto davon veröffentlichen darf.

Wo heute das barocke Schloss Blankensee alias Sudermanns Refugium steht, war schon immer ein strategisch wichtiger Punkt. Denn der Fluss Nieplitz kann damit kontrolliert werden, traditionell ein wichtiger Handelsweg. So beginnt die bekannte Geschichte von Blankensee mit den Slawen, die schon vermutlich im 10. Jahrhundert eine Burg errichteten.

Von der Burg zum Schloss Blankensee

Die Slawen siedelten spätestens ab dem 9. Jahrhundert in diesem Ort und bauten hier eine Befestigung auf. Mit der deutschen Kolonialisierung ab dem 12. oder 13. Jahrhundert wird der geo-strategische Punkt mit einer deutschen Burg überbaut. So geschah es auch beispielsweise in Saarmund. Wann genau diese Burg erbaut wurde, ist unbekannt. Das Lehen über diesen Flecken Erde hatte die Familie Thümen. Sie hielten hier bis ins 17. Jahrhundert die Stellung.

Doch zwei Brände setzten der Burg Blankensee schwer zu: 1615 und 1655. Beides liegt außerhalb des Dreißigjährigen Krieges, weshalb es sich wohl um Unfälle handelte. Wie lange die Burg dann brach lag, ist ebenfalls nicht klar.

Barockes Schloss Blankensee

Den barocken – und man muss es als typisch märkischen Barock begreifen – Charakter erhielt die Anlage ab 1701. Der sächsische Landrat Christian Wilhelm von Thümen aus Merseburg war der Bauherr, was sich im Giebel als Spiegelmonogramm niederschlug. Aber wieso Sachsen? Das Rittergut war eine sächsische Exklave, wie auch Stangenhagen, Glau und Schönhagen. Erst 1902 verkaufte es der Adel an die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft. Von ihnen pachtete Hermann Sudermann das Areal.

Die heutige Anlage weicht von dem ursprünglichen Bau etwas ab – wie die Anbauten für wirtschaftliche Zwecke. Den Park ließ Thümen 1832 vom berühmten preußischen Gartendirektors Peter Joseph Lenné designen. Unter Sudermann wurde Otto Stahn mit dem Umbau beauftragt.

Hermann Sudermanns (1857–1928) Domizil

Dem Schriftsteller Hermann Sudermann diente die Residenz am Wasser des Ausgleichs des Stadtlebens, wo er eine Wohnung hatte. Der eigentlich liberale Sudermann war vom Nationalismus 1914 verblendet und propagierte Kriegsargumente.

Dennoch wurde das Schloss ab 1928 zu einem Refugium für notleidende Schriftsteller.

Mit der Befreiung bediente sich die Rote Armee unrechtmäßig, aber die Stiftung blieb erhalten. Fortan war es ein Heim für aus dem Osten geflüchtete Menschen. Ab 1958 bis 1985 diente es als Schule. Noch 1973 wurde ein baufälliger Flügel abgerissen, der ab 1994 neu gebaut wurde.

Bei der Renovierung während der DDR-Zeit wurden einige Fassadenreliefs entfernt. Das zu passierende Tor ist ein Schmiedekunstwerk des Rokokos und die Büsten der Renaissance aus dem 18. Jahrhundert zeigen beispielsweise antike Götter oder Symbole. So wurde aus dem barocken Park ein Landschaftsgarten mit einigem Historismus.

Wieso ich keine Bilder vom Schloss Blankensee veröffentlichen darf?

Ich bin seit über 15 Jahren unterwegs als Fotograf diverser Sehenswürdigkeiten, über die ich auch berichte. Tatsächlich halten sich ungewöhnliche Begebenheiten in Grenzen. Doch die folgende Geschichte ist mir ein Rätsel und gehört zweifelsohne in die Top Strange 5. Die erste Regel lautet: Ohne Bild, keine Story. Dann malt man eines.

Bei der Recherche zu dieser Anlage gelangt man schnell zur Homepage des Betreibers. Dort ist vermerkt, es bedarf der Genehmigung, wenn man als Gewerblicher Aufnahmen von der Anlage veröffentlichen will. Das Areal ist im Eigentum der Brandenburgischen Schlösser GmbH (BSG).

Aufgrund ihres Hausrechts (§§ 903, 1004 BGB) können gewerbliche Fotoaufnahmen auf dem Grundstück von einer Genehmigung abhängig gemacht werden. Derlei restriktive Maßnahmen sind rechtlich möglich, jedoch ist mir derlei – und ich mache das wie gesagt schon eine Weile – noch nie untergekommen.

Aber gut, dann ist es so. Ich nahm Kontakt zum Betreiber auf. Diese Kommunikation verlief relativ zäh. Das lag auch an mir, habe ich doch vergessen, die Fotos bereitzustellen.

Es dauerte einige ausgetauschte Emails, bis ich eine E-Mail von der Brandenburgischen Schlösser GmbH (BSG) erhielt. Nicht nur, dass sie nachfragten, was ich mit den Bildern vorhätte, sondern es wurde ein Vertrag beigelegt. Das ist eher bei gewerblichen Fotolizenzen mit Verlagen üblich. Und dieser Vertrag hatte es tatsächlich in sich!

Ich widersprach einem Paragrafen, der der BSG ein kostenloses, dauerhaftes und nahezu uneingeschränktes Nutzungsrecht an meinen Fotos einräumte. Das kam mir abermals noch nie unter.

Man fragte mich erneut, wo ich den Artikel veröffentlichen will, wofür die Bilder genutzt werden sollen, eine Telefonnummer und die Homepage des Unternehmens wurden auch angefordert. Außerdem sollte ich die Begleittexte der Bilder nennen. Ich kam dem nach und übersendete den Text des Beitrags. Man bedankte sich und würde mich nach einer Entscheidung informieren.

Eine weitere Woche später fragte ich nach. Die Antwort war, man wolle mir die Genehmigung nur geben, wenn ich der Lizenzierung zustimmen würde.

Was soll das? Der Artikel über Schloss und Park ist nach meinem Dafürhalten eine kostenlose Werbung. Berlin-Teltow.de ist ein Tourismusportal. Daher ist es mir noch unverständlicher, warum die Geschäftsleitung der BSG mir die Genehmigung verweigert?

Diese Geschichte wollte ich aber doch veröffentlichen.

Adresse des Schlosses Blankensee

  • Zum Schloß 19
  • 14959 Trebbin-Blankensee
  • GPS: 52.239931518996315, 13.129219076229102
meister

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