In Teltow gab es vier Windmühlen, ja sogar einen Mühlenberg. Nur ein Überbleibsel davon ist geblieben.

Wann der Siegeszug der Mühle begann, ist bis heute ungeklärt. Schon vor ca. 23.000 Jahren haben Menschen Steine für das Zerreiben genutzt. Die Nutzung der Windenergie, um diese beschwerliche Arbeit zu erleichtern, begann bereits vor ca. 1.300 Jahren im arabischen Raum. Erst im 12. Jahrhundert kamen die Flamen auf diese Idee und ab dem 13. Jahrhundert erreichte die Technik das damals noch junge Brandenburg.

Mühlen im Mittelalter

Im Mittelalter waren Mühlen in jedem Dorf vorhanden. Es gab den Mühlenbann, wonach der örtliche Müller zu beliefern war. Davon hatte der Mühlenbetreiber wenig, denn er musste dem Grundherrn Abgaben bezahlen. Er durfte neben dem Mahlgeld aber die Reste behalten, die nach dem Wiegen noch herumlagen. Die Abrechnung erfolgte in Säcken, aber die Gewichte waren auch schon mal manipuliert. Dagegen gingen die Bäcker vor, die die Menge im Erbholzbuch, einem hölzernen Quittungsbuch, dokumentierten. Unstimmigkeiten wurden von der Obrigkeit geahndet. Viele Müller galten damals als Betrüger, wobei der Bäckerstand im 19. Jahrhundert in Berlin auch keinen guten Ruf hatte und vielleicht die Deutsche Revolution auslöste.

Wegen der Vielzahl der Mühlen ist der Name „Müller“ heute einer der häufigsten. Noch bis weit ins 19. Jahrhundert dienten Mühlen der Energiegewinnung – ob zum Mahlen des Getreides oder zum Pumpen des Wassers oder zum Sägen oder Schmieden. Die mittelalterlichen Mühlen mit ihren bis zu 15 Meter hohen Vorrichtungen werden von den heutigen Windrädern um das 15- bis 20-Fache übertroffen und dienen der reinen Energiegewinnung.

Die Mühlengeschichte in unserer Region

Vor den Windmühlen bemühte man das Wasser. Deren einfaches Konzept überdauerte die Jahrhunderte, während sich die Technik der Windmühlen stets änderte. In unserer Region war die Bockmühle stark verbreitet. Der Überbau ist auf einem Bock (Holzpfosten) gesetzt, sodass die Mühle je nach Windrichtung ausgerichtet werden kann. Sie war das Erfolgsmodell für das Mittelalter und wurde erst ab dem 18. und 19. Jahrhundert durch die Holländermühle ersetzt, welche über eine drehbare Kappe verfügte.

In der Mark Brandenburg wurden zur Mitte des 18. Jahrhunderts 130 Mühlen gezählt und im Kreis Teltow standen 30 davon. Dazu zählten auch Mühlen für den Eigenbedarf, wie es eine in Kleinmachnow gab oder beispielsweise die Walkmühle zur Textilproduktion am Griebnitzsee. Letztere wurde abgerissen, um den Bäkepegel zu verändern. Mit dem Bau des Teltowkanals war die Fließgeschwindigkeit der Bäke für Wassermühlen zu gering. Die Industrialisierung versetzte den Windmühlen den Todesstoß.

Wo standen in Teltow die Mühlen?

Die erste schriftliche Erwähnung von zwei Mühlen in Teltow findet sich selbstverständlich im Landbuch von Karl IV. aus dem Jahr 1375. Teltow war damals im Besitz von zwei Windmühlen.

1581 werden die Müller in Teltow erwähnt. Weitere urkundliche Erwähnungen gab es 1762: Stadtmüller Johann Christian Goetze; 1775: Windmüller Johann Gottfried Schulze und 1794: Müller Peter Wohlauf. Müller konnten sich erst spät organisieren. In Teltow wurde 1852 eine Innung erwähnt.

Die Mühlenstandorte wurden bis zur Renaissance in Teltow verdoppelt. So konnte Teltow vier Mühlen aufweisen. Bei allen vier Mühlen handelte es sich um Bockwindmühlen.

In der Mahlower Straße 120 steht heute noch die flügellose Mühle. Ihre Flügel wurden 1930 demontiert, die sich bis 1928 drehten, und motorisiert. Es handelt sich um die sogenannte Hilbrecht-Mühle, denn Hilbrecht kaufte sie 1930 von Michalczek.

Demontierte Hilbrecht-Mühle

Die Häntze-Mühle stand auf dem sogenannten Mühlenberg bis 1914, auf der anderen Seite der Mahlower Straße. Den Straßen- bzw. Feldnamen Mühlenberg gibt es heute nicht mehr. Ganz in der Nähe stand noch eine weitere Mühle, die Daue-Mühle. Sie befand sich bis 1908 nahe der heutigen Albert-Wiesbach-Straße.

 

Ehemaliger Mühlenberg

In der Weser- Ecke Elbestraße stand die Mühle von Fritz Eichelbaum. Eichelbaum übernahm die Teltower Mühle 1848. Auf die langjährige Tradition wies bis 1984 eine stilisierte Mühle hin, die aber nicht an der originären Stelle aufgebaut wurde.Die Mühle wurde 1922 entfernt.

 

Standort Eichelbaum Mühle
Standort Eichelbaum Mühle

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