Die Zecke ist eines der gefährlichsten Tiere in Berlin und Brandenburg. Was macht sie gefährlich und wie kann man sich vor ihr schützen?

Die Zecke ist ein sind eine Milbenart und diese Tiere verfügen über acht Beine, was ein gutes Erkennungsmerkmal gegenüber den Wanzen und Käfern ist. In Deutschland gibt es rund 25 verschiedene Zeckenarten, wie der weitverbreitete Gemeine Holzbock. Dieses unangenehme Insekt reißt eine Wunde in die Haut und verankert ihren Kopf so fest, dass man sie selbst mit einem Überstreichen nicht entfernen kann. Dafür braucht man dann eine Pinzette oder eine sogenannte Zecken-Karte.

Krankheiten von Zecken übertragen

Die Zecke überträgt hierzulande vor allem Borreliose. Diese Krankheit erkennt man an der charakteristischen Wanderröte, die sich kreisrund vor allem um den Biss ausbreitet. Dabei handelt sich um eine bakterielle Infektion, die man mit Antibiotika behandeln kann. Doch sollte man damit nicht zu lange warten.

Des Weiteren ist die Zecke für die Übertragung der Babesiose, der Rickettsiosen oder der Neoehrlichiose bekannt. Bisher war die Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Berlin und Brandenburg eher unwahrscheinlich, aber das ändert sich gerade.

Übrigens können selbstverständlich auch Tiere davon betroffen sein. Hunde können die Ehrlichiose oder die Babesiose von einem Zeckenbiss bekommen. Aber auch Borreliose oder FSME sind nicht ausgeschlossen. Katzen sind eher nicht betroffen, aber es ist nicht ausgeschlossen.

Zeckenbiss: FSME in Brandenburg angekommen

Das Robert-Koch-Insitut (RKI) hat einzelne Landkreise in Brandenburg bereits zu sogenannten Risikogebieten erklärt. Die Zecke nähert sich von Osten und reicht bereits jetzt bis an die Grenze nach Berlin. So sind die Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße ausgewiesene Risikogebiete. Gegen FSME hilft nur eine Impfung, da es sich dabei um eine Viruserkrankung handelt. Diese Impfung ist dreiteilig und muss alle fünf Jahre aufgefrischt werden.

Genau wie die Holzbiene ist das FSME-Virus von Süden nach Norden vorgedrungen. Auch hier ist der Klimawandel verantwortlich. Denn die Zecke mag warmes Wetter und ist in warmen Winter nun auch aktiv. Vor allem aber im Sommer ist es ein Problem. Dabei bevorzugt sie schattige Plätze und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Nicht nur am Teltowkanal, auch im Wald oder in Wiesen findet man das Insekt. Und selbst der eigene Garten ist nicht vor Zecken gefeit!

Wie kann man sich gegen die Zecken schützen?

Es gibt verschiedene Dinge, die man zum Schutz vor Zecken tun kann. Zunächst trägt man bestenfalls helle Kleidung, denn dann lässt sich der Parasit besser erkennen. Die Zecke klettert den Körper entlang, bis sie eine geeignete Stelle gefunden hat: dort, wo es warm und feucht ist.

Auch Duftstoffe wie in Shampoos oder Parfüm scheint die kleinen Tiere anzulocken, was meine eigene Erfahrung ist. A pro pos Duft: Selbstverständlich helfen auch Abwehrstoffe wie Autan gegen die Zeckenbisse. Zudem sollte man die Socken über die Hosen ziehen, damit die Zecke, die meist von unten nach oben läuft, nicht an die Haut kommt.

Wenn die Zecke aber zugebissen hat, sollte man sie schnellstmöglich entfernen. Dabei helfen wie gesagt Zecken-Karten oder die Pinzette. Dabei sollte man auch darauf achten, dass der Kopf nicht stecken bleibt. Je länger die Zecke mit dem Körper in Berührung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Borreliose-Bakterium anzustecken. Daher ist ein gründliches Absuchen nach dem Aufenthalt im Garten oder im Wald oder am Kanal zu empfehlen.

Auch die Klamotten sollte man danach gut ausschütteln oder noch besser gleich waschen. Denn die Zecken können in der Kleidung verharren und dann zubeißen, wenn man die Hose wieder anzieht.

Da das Insekt relativ robust ist, muss man es nach dem Entfernen aus der Haut auch vernichten. Dazu eignet sich ein Feuerzeug. Wenn man das Tier nur rauszieht, nimmt es einen neuen Anlauf.  Überträgt das Insekt jedoch seine Viruslast, ist es beim Biss bereits geschehen. Daher hilft nur eine Impfung.

Übrigens ist es völlig egal, in welche Richtung man die Zecke aus der Haut entfernt. Ob Uhrzeigersinn oder dagegen ist irrelevant, wichtig ist, dass sie komplett, ungequetscht und schnell herausgezogen wird.

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