Sandgrube-NSG-Grunewald
Unweit des Teufelssees liegt ein interessantes Örtchen im Jagen 86, dort entwickelte sich ein besonderes Stück Stadtnatur. Heute ist es ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, dessen Beschaffenheit aber auf den Menschen zurückgeht.
Über zwei Rampen und eine über 130-stufige Treppe kann man die 25 Meter hinabgelangen, oder man nimmt die sandige Piste. Die Rampen liegen im nördlichen und südlichen Teil, die Treppe kommt von Nordosten hinunter.
Auf einer Fläche von rund 18 Hektar sind 13 Hektar geschützt. Ein Zaun umgibt das Gelände fast vollständig, der mehr die Menschen vor den Wildschweinen, als die Natur vor dem Menschen schützt – aber das natürlich auch. Prinzipiell haben die Wildtiere hier Vorfahrt. Informationen zu querenden Tieren und Pflanzen finden sich selbstverständlich auf den Tafeln, eine ist an der Treppe oben.
Das Loch, das im Grunewald klafft, war vor 1966 mit rund 3,5 Millionen Kubikmetern Feinsand gefüllt. Ein Erbe der Eiszeit, das man auf dem Bau einsetzt. Seit dem Ende des Abbaus im Jahr 1983 haben sich zahlreiche Tiere angesiedelt.
So ist die Sandgrube inzwischen reich an Blüten, Insekten nisten und natürlich dient der Raum auch Vögeln als Rückzugsort und Brutplatz. Und wer Schmetterlinge beobachten will, kann hier bis zu 180 Arten bestaunen.
Der Sand gab einen kleinen Teich frei. Das Gewässer entstand, da man unter den Grundwasserspiegel baggerte. Das Wasser ist aber recht nährstoffarm, was spezialisierte Tiere und Pflanzen als Lebensraum brauchen. Vor allem Amphibientiere nennen den kleinen Teich ihre Heimat. Die Hänge werden als Nistplätze von Insekten und Vögeln genutzt. Es gibt also so einiges zu sehen, wenngleich man nicht alles betreten darf bzw. sollte!
Bilder von Jochen Schulze Buschoff
Das Naturschutzgebiet wird über angelegte Zugänge erlebbar. Die Treppe erreicht man über den Schildhornweg in der Nähe der Verbindungschaussee. Das ist etwa ein Kilometer vom S-Bahnhof Grunewald entfernt.
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