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Freilicht-Kunst bei der alten Schmiede auf dem Südwestfriedhof

Im südwestlichen Zipfel des Südwestfriedhofs liegt die „Alte Schmiede“, die mit Schmiedekunst aufwartet.

Auf den scheinbar unendlichen Weiten des Südwestfriedhofs von Stahnsdorf, womöglich auf der Suche nach einem Ausgang, kann man die „Alte Schmiede“ finden. Dieser Teil des Friedhofs bietet einige Kunstwerke auf. Im südwestlichen Ende des parkähnlichen Friedhofs befinden sich einige Häuser – gelegen zwischen dem italienischen Militärfriedhofsteil und dem Ende der Potsdamer Allee. Sie stellen die „Alte Schmiede“ dar.

Ein eigener Schmied war von Beginn an ein Teil des Friedhofs, der 1909 eröffnet wurde. Die Häuser und die Schmiede entstanden zusammen mit dem Friedhof. In diesen Räumen richtete sich noch zu DDR-Zeiten Christian Roehl ein. Er war mehr als ein Schmied, er war ein bedeutender Künstler.

Metallkunstwerk Diener Alte Schmiede © Jochen Schulze Buschoff

Christian Roehl und sein Atelier in der „Alten Schmiede“

Christian Roehl wurde 1940 in dem Berliner Bezirk Lichtenberg geboren. Er wuchs in Ost-Berlin auf und besuchte das Gymnasium in Tempelhof. Zur Zeit des Mauerbaus studierte er an der TU Berlin und musste es aus dem Grund im ersten Semester abbrechen. Später würde er sein Studium nachholen. Er arbeitete bereits in den 1960ern mit Fritz Kühn in Ost-Berlin und wurde Bau- und Spezialschlosser in Schöneweide. Seinen Meister machte er 1967 in Potsdam.

Sein erstes großes Kunstwerk „Hommage Karl Foerster“ wurde 1974 auf der Insel der Freundschaft in Potsdam aufgestellt. Schon zuvor zog er in die Alte Schmiede des Südwestfriedhofs ein, wo er sich als Kunstschmied, Metallgestalter und Stahlbildhauer anbot.

Seit den 1980er Jahren gab es Ausstellungen in der Schmiede, die selbstverständlich nicht die einzigen waren, auf denen er ausstellte. Und obwohl seine Brüder wegen Republikflucht für drei Jahre inhaftiert waren, seine Ex-Frau in die BRD ausgereist war, durfte er 1987 zu einer Ausstellung an den Bodensee.

Ab 1990 gab es eine Dauerausstellung auf dem Gelände der Alten Schmiede, zusammen mit seiner Partnerin Mari-Alice Bahra. Die Alte Schmiede wurde zu einem Kulturhotspot der Region.

Bis zum Schluss plante er an Ausstellungen, die letztlich ohne ihn stattfanden. Er starb 2013.

Seine Werke und seine Biografie sind auf seiner Homepage nachzulesen. Das Christian-Roehl-Archiv leitet Alice Bahra in Potsdam.

Kunstwerke aus Metall zieren noch heute das kleine Areal im Südwestfriedhof. Sie machen aus dem grünen Hof ein Open-Air Museum der Metall- und Schmiedekunst. Noch heute wohnen Leute in diesem Teil des Friedhofs.

Wo befindet sich die „Alte Schmiede“?

  • Potsdamer Allee 150
  • 14532 Stahnsdorf
  • GPS: 52.381502225995014, 13.17356541314152

 

 

meister

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