Die Geschichte von Fahlhorst, des Namens und der vier Kirchen.

Der kleine Ort Fahlhorst liegt zwischen Saarmund und der Nuthe im Westen, dem Siethener Elsbruch im Osten, der Bahnstrecke im Norden und der A10 im Süden. Der fast 200-Seelen-Ort (2024) gehört zur Gemeinde Nuthetal. Der Ort liegt mitten im Naturschutzgebiet der Nuthe-Nieplitz-Niederung.

Geschichte von Fahlhorst

Der Ort ist auch von Entwässerungsgräben umgeben, was auf seinen Namensursprung hinweist. Im 14. Jahrhundert wurde er als Valehorst oder Valchhorst geführt, was sinngemäß eine bewachsene, bewaldete Anhöhe (Horst) in einem Feuchtgebiet oder fahlen Gelände meint. Diese Erwähnung war selbstverständlich im Landbuch Karls IV von 1375.

Der Ortsname verrät auch, dass es sich um eine deutsche Siedlung handelte. Sowohl Fahl als auch Horst sind Worte deutschen Ursprungs. Die gewählten Worte für den Ort legen nahe, dass die fahle Erde hier nicht sehr ertragreich war. Stattdessen nutzte man die Felder für die Milchkuhhaltung.

1520 wird Fahlhorst erneut genannt, dieses Mal als Fallhorst und später als Fagelhorst. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, der Fahlhorst bis auf eine Person entvölkerte – im Jahr 1670 – schrieb man es Vahlenhorst.

Fahlhorst gehörte zur Burg Beuthen, die im heutigen Kleinbeuthen liegt und Residenz der Herren von Gröben war. Sie verkauften Fahlhorst 1416 an den Herrn von Schlabrendorff, dessen Nachkomme sich mit dem Adel von Hake duellierte.

Ab 1668 entstand ein Vorwerk als landwirtschaftliche Einheit, eine postmittelalterliche LPG – und das Gutshaus ist heute noch zu sehen. Allerdings blieb die Bevölkerung gering. Erst mit der Ansiedlung von Sachsen auf kurfürstlichen Befehl stieg die Einwohnendenzahl wieder.

1671 kaufte der Kurfürst das Vorwerk. In den nächsten Dekaden entstand daraus eine Meierei – spezialisiert auf die Milchwirtschaft. 1801 gab es 16 Haushalte in Fahlhorst und es wuchs bis 1931 auf 30 Wohnhäuser. In der DDR wurde auch hier das LPG-Konzept aufgepfropft.

Dorfkirchen Fahlhorst

Womöglich stand in Fahlhorst die erste Kirche ab dem beginnenden 17. Jahrhundert. Sie wurde von der Gutsherrin Hypolita von Schlabrendorff gestiftet. Dieses Gotteshaus wurde aber im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört. Nur ein Glockenteil von 1602, ein Gedenkstein der Stifterin von 1604 und Turmreste haben überlebt. Es gab zwar weitere Glocken, doch diese wurden im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.

Ab 1688 wurde eine neue Kirche gebaut – die zweite. Der Bau hielt nur 136 Jahre. 1824 erbaute man eine Fachwerkkirche mit angebauter Schule. Auch diese Kirche hatte kein Glück, sie stand nur 50 Jahre. Die heutige Backsteinkirche wurde von 1882 bis 1885 gebaut.

Schon 1932 war sie aber baufällig geworden, weshalb man sie sanieren musste. Der Gedenkstein wurde in das Gemäuer integriert. Die Schulzeit endete in Fahlhorst erst in den 1960er Jahren.

Da ein Teil der Kirche in Privateigentum ist, wurde daraus ein Wohnraum gemacht. Doch das Gebäude ist weiterhin anfällig und muss regelmäßig ausgebessert werden.

Wo befindet sich die Kirche Fahlhorst?

  • Fahlhorster Dorfstraße 12
  • 14558 Nuthetal
  • GPS: 52.307952402383066, 13.161379126917002

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